Konzept


Stärkung sozialer Kompetenzen:

Durch Projektion der eigenen Wünsche und Gefühle auf die dargestellten Rollen und durch Identifikation mit den einzelnen Charakteren bekommen die Kinder ein Bewusstsein für das eigene Rollenverständnis, erlernen und erleben aber auch Empathie, indem sie sich in die Rolle des anderen hineinversetzen.

Opern sind, einfach ausgedrückt, Märchen mit Musik.
Märchen zeichnen sich aus durch eindeutige Rollendefinitionen. Böse und Gut sind klar abgegrenzt. In unserer heutigen Gesellschaft sind diese Charaktereigenschaften so stark miteinander vernetzt, dass Kinder kaum noch Orientierungspunkte haben. Aber Orientierungspunkte sind wichtig für eine klare Rollendefinition.

In der heutigen modernen Welt werden Märchen von manchen Menschen als überholt, oder als zu grausam, und kontraproduktiv für die Entwicklung eines Kindes angesehen - man denke nur an den "Suppenkasper", an Paulinchen mit den Zündhölzern, oder auch an "Hänsel und Gretel".
Viele möchten ihren Kindern auch deshalb keine Märchen erzählen oder vorlesen, weil sie auf gar keinen Fall ein "Schwarz-Weiß-Denken" fördern wollen. Verständlich - aber eines sollte man dabei nicht vergessen: Das kindliche Denken entwickelt sich fortwährend, und muss erst einmal unterschiedliche Farben und Abstufungen erkennen lernen.

Erst um einiges später bildet sich bei Kindern die Fähigkeit aus, Nuancen erkennen zu können.

Gerade bei jüngeren Grundschulkindern ist von Natur aus, sozusagen biochemisch bedingt, noch ein starkes Schwarz-Weiß-Denken vorhanden; dies zeigt sich auch immer wieder in der Art ihrer bevorzugten Rollenspiele, in denen es eine gute, und eine böse Seite gibt, aber nichts dazwischen - diese Art des frühkindlichen Denkens gibt den Kindern Orientierung, Sicherheit, und verleiht ihnen dadurch Stabilität.

Die Märchensprache ist einfach, aber bildhaft und symbolisch. Kinder machen dennoch nicht den Fehler, die Märchenwelt mit der realen Welt gleichzusetzen.

Kinder haben noch die Gabe der Phantasie, und Kinder wollen lernen. Sie lernen an den Vorbildern, die wir Erwachsenen ihnen zur Verfügung stellen. Aber welche Vorbilder sind das zurzeit?
Durch unsere heutige Gesellschaft bzw. durch viele Anreize wird häufig vermittelt, dass nur der erfolgreich ist, der sich durch Korruption, Verbrechen, und Demütigung seines Gegenübers auszeichnet.

Um es frei nach G. K. Chesterton und dem genialen, sehr verehrten und vermissten Humanisten Sir Terry Pratchett auszudrücken:
Märchen sagen Kindern nicht, dass es Ungeheuer gibt. Kinder wissen, dass es Ungeheuer gibt.
Märchen sagen den Kindern, dass Ungeheuer besiegt werden können.
Oft stecken die Ungeheuer in den Köpfen der Menschen.
 
In unseren zusätzlich zu den Opernvorstellungen angebotenen Musiktheaterstücken zum Selberspielen haben die Kinder also die Möglichkeit, die Rollen selbst mit Leben zu füllen.
In „Hänsel und Gretel“ zum Beispiel gewinnen die Kinder den Kampf gegen das Übermächtige und Böse in Verkörperung der Hexe. Die Kinder haben hier die Möglichkeit, sich in den Rollen der guten Seite, nämlich Hänsel und Gretel, der Waldengel, aber auch in der Rolle der Hexe zu erproben, und nehmen aktiv am Handlungsverlauf teil.

In der Oper wird die Wirkung des Märchens durch die Musik um ein Vielfaches verstärkt, und so zu einem für die Kinder unvergesslichen Erlebnis.

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