Carl Maria von Weber (1786-1826)

Biografie

Carl Maria von WeberWeber in die Dienste Herzog Eugens von Württemberg im schlesischen Carlsruhe, durch dessen Vermittlung folgt eine Anstellung am Stuttgarter Hof für die Jahre 1807-1810. Noch 1810 startet er zu seiner ersten großen Reise, mittlerweile als musikalische Berühmtheit (Frankreich, München, Berlin), 1813-1816 bekleidet er das Amt eines Operndirektors in Prag. 1816/17 ist er in Berlin und ab 1817 als Direktor der Oper in Dresden, beschäftigt mit dem Aufbau einer Deutschen Oper. Die enge Verbindung zum sächsischen Königshaus bedingt auch die Komposition der späten kirchenmusikalischen Werke Webers. Der Durchbruch zur Weltberühmtheit als Opernkomponist gelingt 1821 mit der triumphalen Aufführung des "Freischütz" in Berlin, 1823 folgt "Euryanthe". Während 1824 ein Kompositionsauftrag des Londoner Covent Garden eintrifft ("Oberon"), ist Weber bereits mit jener Krankheit behaftet, die schließlich zu seinem Tode führen wird, der Schwindsucht. Trotzdem reist er 1826 nach England, um die Oper zu vollenden (Februar), stirbt jedoch am 5. Juni in London.

Trotz seines frühen Todes wurde Weber zum Inbegriff der deutschen Romantischen Oper, die berühmte Wolfsschlucht-Szene kann in ihrer ambivalenten satanisch-gotthoffenden Ausrichtung als Summa der geistigen Welt der deutschen Romantik überhaupt gelten. Persönlich war das Leben Webers von Unstetigkeit, großem Wissensdrang und früher Krankheit geprägt - vieles, was die Nachwelt in die Person Wolfgang Amadeus Mozart hineinlegte, wäre bei Weber besser aufgehoben. Seine kirchenmusikalischen Werke waren, obgleich an Aufträge gebunden, Höhepunkte der orchesterbegleiteten katholischen Kirchenmusik des 19. Jahrhunderts, entsprechend scharf fiel ihre Ablehnung durch die Bewegung der so genannten Cäcilianer aus. Anders als seinen Zeitgenossen (z.B. Felix Mendelssohn Bartholdy, Giacomo Meyerbeer, Lachner) wurde Weber von Seiten des allgültigen Richard Wagner eine positive Wertung zuteil, was seine Musik vor der Vergessenheit, vor allem in Deutschland bewahrte. Betrachtet man aber das musikkritische und -theoretische Schrifttum Webers genauer, so findet sich gerade hier eine eindeutige Beurteilung der späteren wagnerianischen Ästhetik, ebenso wie jener seltsamen National-Verkitschung, der Webers Musik in Deutschland im 20. Jahrhundert anheimfiel.
Quelle: www.klassika.info

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