Eine musikalische Zeitreise

Kapitel 4

Barockmusik

Der Beginn des musikalischen Barock wird durch die Kompositionen Claudio Monteverdis markiert. Häufig wird der Tod Johann Sebastian Bachs 1750 als das Ende des musikalischen Barock betrachtet. Während des Barock emanzipierte sich die – vorher streng an den Gesang gekoppelte – Instrumentalmusik. Weitere wichtige musikalische Formen, die sich im Barockzeitalter ausbildeten, waren Passacaglia, Chaconne, Fuge, Sonate, Solokonzert, Kantate und Passion.
Opern waren im Barock Populärmusik.

Struktur

Die bereits im Mittelalter entstandene und in der Renaissance zu ihrer Vollendung geführte Polyphonie, also das Zusammenklingen selbstständig geführter Melodielinien, fand breite Verwendung im Barock.

Klangtheorie

Die Barockmusik wurde durch die Erkundung der Chromatik geprägt.

Instrumente

Viele der noch heute gebräuchlichen Instrumente wurden in der Barockzeit entwickelt. Der große Instrumentenreichtum der Renaissance schwand im Barock. Vor allem in der französischen Barockmusik wurden gelegentlich ältere Instrumente wie die Drehleier oder leise klingende Sackpfeifen eingesetzt.

Frühbarock

Zu Beginn des Barock steht Claudio Monteverdi (1567–1643), der mit kompositionstechnischen Innovationen und der Entwicklung neuer Musikgattungen Pionierarbeit leistete. Heinrich Schütz (1585–1672) nahm sich den neuen italienischen Stil zum Vorbild und verband ihn mit den Ausdrucksformen der deutschen Sprache, was ihm als erstem deutschem Komponisten europäischen Ruf einbrachte.

Hochbarock

Das Musikleben des späten 17. Jahrhunderts wurde maßgeblich von Jean-Baptiste Lully (1632–1687) am Hofe Ludwigs XIV. geprägt. Die eingängige Musik Lullys, die vor allem die Tanzbegeisterung dieser Epoche befriedigte, prägte den „Barock“ in allen Alltagsbereichen. Als typisch französische musikalische Form sei die Suite genannt, große Bedeutung hatte auch das Ballett.
Im Gegensatz zum populären, tanzbetonten Stil Lullys stand im Hochbarock die eher intellektuelle und vielleicht „progressive“ italienische Musik, deren vornehmster Vertreter Arcangelo Corelli (1653–1713) war, im Vordergrund.

Spätbarock

Entwickelte sich im Hochbarock die Musik noch unabhängig in verschiedenen Regionen Europas, so zeichnete sich der Spätbarock durch eine grenzübergreifende Verbreitung der Stile aus. Weitere berühmte deutsche Tonschöpfer des Spätbarock waren Carl Heinrich Graun und Johann Adolph Hasse. In Sachsen und Thüringen genoss auch Johann Sebastian Bach (1685–1750) Berühmtheit.
Besonders im Spätbarock erfreuten sich Opern großer Beliebtheit. Hingegen ist „barocca“ die spätere italienische Variante – hier bereits ausschließlich als Bezeichnung der barocken Epoche. Ansonsten fühlte sich der Zeitgenosse des Barock als ein Vertreter einer modernen, aufgeschlossenen, „galanten“ Zeit. In der Mode schlugen ab etwa 1715 völlig neue Akzente durch: der Barock verabschiedete sich langsam und es bahnt sich der Regence-Stil an – um die Mitte des Jahrhunderts abgelöst vom Rokoko, jedoch verschwimmen im musikhistorischen Bereich die Begriffe „Barock“ und „Rokoko“.

Wiederentdeckung

Nach dem Ende des Barockzeitalters wurde Barockmusik als veraltet betrachtet und nicht mehr aufgeführt, wodurch die Aufführungstradition unterbrochen wurde.

Heutige Sichtweise

Mit der Wiederentdeckung von Bachs Musik wurde der Grundstein für die bis in die heutige Zeit reichende posthume Berühmtheit Bachs gelegt, dessen Werke immer noch als Inbegriff und teilweise Vollendung des Barock gelten. Heute werden weltweit ähnlich viele Tonträger der Alten Musik – darunter insbesondere des Barock – wie der klassischen Musik nachfolgender Epochen verkauft.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel "Barockmusik" aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

<<zurück weiter>>