Eine musikalische Zeitreise

Kapitel 1

Musik in der Antike

Der Ursprung der Musik, zu allen Zeiten und bei allen Völkern ein beliebter Gegenstand der Spekulation und der Forschung, wird bei den Völkern des Altertums mit Übereinstimmung von der Gottheit hergeleitet, infolgedessen ihnen allen die Musik als bildend und veredelnd, unter Umständen auch als wunder wirkend gilt.

Indien
Schon bei den Indern herrschte diese Anschauung, welche in Brahma nicht nur den obersten der Götter, sondern auch den Schöpfer der Musik und in seinem Sohne Nared den Erfinder des nationalen Musikinstruments, der Vina, verehren.

China
Die Musik im öffentlichen Leben Chinas nahm eine hervorragende Stellung ein; man erkannte in ihr ein wirksames Mittel zur Beförderung der Sittlichkeit, und der weiseste aller chinesischen Gesetzgeber, Konfutse (500 v. Chr.), behauptete sogar, wenn man wissen wolle, ob ein Land wohl regiert und gut gesittet sei, so müsse man seine Musik hören.

Ägypten
Dass die Musik im öffentlichen wie im Privatleben Ägyptens eine wichtige Rolle spielte, zeigen die zahlreichen, auf fast allen Monumenten des Landes wiederkehrenden bildlichen Darstellungen von Sängern und Instrumentalisten, bald einzeln, bald zu Chören und Orchestern vereint.
Auch lässt die Mannigfaltigkeit der dort erscheinenden Instrumente, unter ihnen die große, reichbesaitete Harfe, auf eine gewisse äußere Pracht und Üppigkeit der ägyptischen Musik schließen. Bekannt sind als Instrumente die Leier, die Trompete, die Harfe und ein Zupfinstrument in ihren jeweils frühesten Formen. Näheres siehe unter Musikgeschichte.

Israel
Was die Musik der Hebräer betrifft, so sind wir hinsichtlich ihrer inneren Beschaffenheit lediglich auf Vermutungen angewiesen, da nicht nur keinerlei schriftliche Mitteilungen über sie vorhanden sind, sondern es auch an Monumenten des hebräischen Altertums (ein Relief auf dem Titusbogen in Rom mit Abbildung eines Zugs gefangener Juden ausgenommen) mangelt.

Griechenland
Auch bei den Griechen kam der Musik eine zentrale Stellung im gesellschaftlichen Leben zu. Folgt man z.B. Platon, so kommt der Musik sogar ein wesentlicher Einfluss auf die Wesensbildung eines Menschen zu. Hauptsächlich die Theorie der Musik der Griechen ist aus einer recht großen Zahl antiker Schriften bekannt. Der kulturelle Einfluss Kleinasiens und Ägyptens war bedeutend. Eines der wichtigsten Zeugnisse niedergeschriebener antiker Musik überhaupt ist die Seikilos-Stele.
Vermutlich von der ägyptischen Mathematik angeregt, fand er ganzzahlige Proportionsverhältnisse, die er als bestmögliche Klang-Intervalle interpretierte. Aus Kleinasien, der Landschaft Phrygien, kam dagegen ein für die praktische Tonkunst wichtiges Element: die wild-leidenschaftliche Musik des dort heimischen Dionysoskults nebst dem sie begleitenden, scharf und weithin tönenden Blasinstruments, dem Aulos. Nach den Forschungen, z.B. Rudolf Westphals (Griechische Rhythmik und Harmonik), ist es nicht zweifelhaft, dass die Musik an der mächtigen Wirkung der antiken Tragödie einen Hauptanteil hatte. Die Frage, wie diese Musik näher beschaffen war, muss nahezu unbeantwortet bleiben. Die spärlichen aus jener Zeit herübergeretteten, im 16. Jahrhundert entdeckten, Fragmente altgriechischer Musik vermögen, obwohl weitgehend entziffert (z.B. Friedrich Bellermann) über Klang und Musizierpraxis weniger zu verraten. Die vokale Musik stand wohl in enger Verbindung mit der Lyrik; generierte etwa aus dem Versmaß (Metrum) ihre Rhythmik. Freiheit und Selbständigkeit in der Bewegung ist aber gerade bei der instrumentalen Musik kaum wegzudenken. Im lyrischen Teil des Dramas, in den Chören, entfaltete sich der Klang im Zusammenwirken von Männer- und Knabenstimmen in Oktaven; gelegentlich wohl auch mittels melodiefremder Intervalle in der Begleitung durch Instrumente (Lyra, Kithara, Aulos).
In dem Maß jedoch, wie die Musik als Sonderkunst zu immer höherer Ausbildung gelangte, musste sich die erhebende Wirkung vermindern, welche sie im früheren engen Verein mit der Dichtkunst ausgeübt hatte. Aus der Zusammensetzung zweier dorischer, phrygischer oder lydischer Tetrachorde entstehen die gleichnamigen Oktavengattungen (griech.
Note 28, S. 45), führten die Transpositionsskalen doch dieselben Benennungen nach Provinzen, und zwar hießen die sieben ursprünglichen (ihre Anzahl stieg später auf fünfzehn):
Hypodorisch (f-Moll),
Hypophrygisch (g-Moll),
Hypolydisch (a-Moll),
Dorisch (b-Moll),
Phrygisch (c-Moll),
Lydisch (d-Moll),
Mixolydisch (es-Moll).
Als ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal der altgriechischen von der modernen Musik darf ihre melodische Mannigfaltigkeit gelten, wie sie zu den Tongeschlechtern und Schattierungen zu Tage tritt.

Römisches Reich
Die römische Musik stand, wie auch die Dichtung, anfänglich ganz unter Einwirkung der griechischen Poesie. Musik hatte immer neben einer rituellen und symbolischen Bedeutung eine besondere Rolle in den sozialen Strukturen der Gesellschaft. Eines der ältesten Musikinstrumente war die Flöte. Der Aulos (Doppel-Oboe), auch Tibia, eines der am häufigsten abgebildeten Instrumente der Antike, ist ein Doppelrohrblatt-Instrument. Jagd, Krieg und Festivitäten im Freien erforderten laute Instrumente.
Bedauerlicherweise gibt es wenige bildliche und literarische Zeugnisse zur Musik im Triumph.
Auch literarische Angaben zur Musik im Triumph sind eher spärlich. Insbesondere die Instrumentalmusik traf auf Abneigung, und es dauerte jahrhundertelang, bis die Kirche auch die Musik der Antike, die aber vermutlich in der Volksmusik, bzw. der Musik niederer sozialer Schichten weiterlebte, als wichtig für die Musikentwicklung der westlichen zivilisierten Welt betrachtete.

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